Leserartikel-Blog

Wer wurde zum Fachgespräch über die Deutsche Welle eingeladen?

Am 2. Dezember, als ich in Mainz beim Mediendisput Ines Geipel, die ehemalige Vorsitzende des Autorenkreises der Bundesrepublik ansprach, fragte sie mich ob ich zu dem bevorstehenden Fachgespräch über das Chinaprogramm der Deutschen Welle eingeladen wurde.

Als ich den deutschen Bericht über die neue Entwicklung des DW-Skandals in der FAZ vom 12. Dezember las, "Am 18. Dezember findet im Bundestag ein Fachgespräch über die DW-China-Redaktion statt. Erstmals sind Kritiker geladen."
http://www.faz.net/s/Rub4...
tauchte bei mir die Frage noch einmal auf, wer wird denn als Kritiker eingeladen?

Huan Xuewen, die Initiatorin des ersten offenen Briefes an den Bundestags, Wang Rongfen, die erste Kritikerin des Chinaprogramms der Deutschen Welle und ich, die wegen meiner Kritik an der DW-Chinaexpertin Zhang Danhong in den von der KP Chinas kontrollierten Medien beschimpft wird, haben alle keine Einladung bekommen.

Ich hätte gerne in dem nichtöffentlichen Fachgespräch des Ausschusses für Kultur und Medien zur Chinaberichterstattung der Deutschen Welle mit dem Intendanten der Deutschen Welle, Erik Bettermann meine Motive dargelegt, denn er hat gegenüber Journalisten mit Kommentaren wie "Was auch immer so eine abgelehnte Bewerberin für Motive hat" meine Kritik am Chinaprogramm der Deutschen Welle abwerten wollen.
http://www.sueddeutsche.d...

Am 15. Dezember habe ich beim Ausschuss für Kultur und Medien angerufen und konnte erfahren, dass neben Ines Geipel, Volker Bräutigam, Thomas Heberer eingeladen werden. Heberer hat abgesagt, an seiner Stelle wird Eberhard Sandschneider auftreten. Außerdem werden zwei chinesischen Dissidenten Wei Jingsheng und Peng Xiaoming eingeladen. Sie gehören auch zu den DW-Kritikern, allerdings spricht Wei Jingsheng kein Deutsch, und Peng Xiaoming hat noch Schwierigkeit mit der deutschen Sprache.

"Alle Vorwürfe 'haltlos' - 'Kein Anlass zu Richtigstellungen' - 'Niemand hat Murks gemacht'...", was Erik Bettermann und Valentin Schmidt, der Rundfunkratsvorsitzende der Deutschen Welle Anfang Dezember in Berlin verbreiteten, könnte diesmal vom Ausschuss für Kultur und Medien verbreitet werden.

Der Grund ist ganz einfach, diejenigen DW-Kritiker sind ausgeschlossen, die in der Lage und bereit sind, die Manipulation in den Rückübersetzungen und in der Dokumentation, mit der die Deutsche Welle die Abgeordneten informiert, aufzudecken.

Wie dem auch sei, ich kann nur mein Bestes tun, immer wieder auf den langen Arm der KP Chinas in Deutschland hinzuweisen.

In diesem Sinne möchte ich heute den deutschen Lesern zeigen, welche Dienste Volker Bräutigam der KP Chinas bereits in Bezug auf die Deutsche Welle geleistet hat. Volker Bräutigam gehört zu den Unterzeichnern des offenen Briefes von Thomas Heberer, die in den Medien der KP China gelobt werden, während sie von den unabhängigen chinesischen Intellektuellen mit drei offenen Briefen kritisiert werden. (Über Thomas Heberer und Eberhard Sandschneider, die im Chinaprogramm der Deutschen Welle und in allen Medien der KP Chinas gerühmten werden, habe ich bereits geschrieben. Diesmal brauche ich kein Wort mehr darüber zu verlieren. )

In den Medien der KP Chinas, wie z. B. auf der Internetseite von "Global Times"(Huanqiu) , dem internationalen Blatt der so genannten "Volkstageszeitung", lassen sich unter dem Datum 11. September 2008 zwei Propaganda-Berichte finden, die den Bräutigam-Bericht 'Wertekanon' und Selbstzensur: Der Schmock dient als Leitbild Deutsche Welle als Maulkorbflechter " http://www.nrhz.de/flyer/... vorstellen. Denn Bräutigam hat wie Thomas Heberer versucht, auch im Fall von Zhang Danhong Rufmord an der buddhistischen Schule Falun Gong zu begehen.

Falun Gong als buddhistische Schule ist unter Chinesen beliebt und wurde vor der Verfolgung 1999 durch die KP Chinas von etwa 100 Millionen Chinesen praktiziert. Durch die Verfolgung wird Falun Gong weltweit bekannt. In der Republik China auf der Insel Taiwan ist Falun Gong jetzt so beliebt wie in der VR China vor 1999.

Ich lernte Falun Gong bei meinem letzten Heimkehrversuch 2002 in China kennen und fühle mich berufen, Falun Gong gegenüber allen Gerüchten zu verteidigen, mit denen das Regime die Verfolgung rechtfertigen will.

Kein anständiger Mensch ist bereit, den von der KP Chinas verfolgten Glauben mit "Sekte" zu bezeichen. In diesem Zusammenhang haben David Matas, anerkannter Menschenrechtsanwalt, und David Kilgour, ehemaliger kanadischer Parlamentsabgeordneter und Staatssekretär für den Asien- und Pazifikraum, geschrieben:

"… Falun Gong als Sekte zu bezeichnen, veranschaulicht die Herabwürdigung, die Falun Gong entgegengebracht wird. Diese Verleumdung dient dazu, Falun Gong zu entmenschlichen und macht es somit möglich, seine grundlegenden Menschenrechte zu missachten. Wenn eine Gruppe unschuldiger Bürger als ‚Sekte’ bezeichnet wird, ist dies eine Form der Anstiftung zu Hass, was in Kanada nicht akzeptabel ist."

Deshalb ist es kein Wunder, dass Bräutigam wegen seines Berichtes wie Thomas Heberer in den Medien der KP Chinas gepriesen wird.

Der eine Propagandabericht über Bräutigam hat den Titel "Erfahrener deutscher Journalist verteidigt Zhang Danhong gegen ein Unrecht".
http://world.huanqiu.com/...
In diesem Propagandabericht wurde der Bräutigam-Bericht vom 5. September vorgestellt und teilweise übersetzt.

Der andere hat den Titel "Deutscher Journalist verteidigt Zhang Danhong mit allen Kräften und hält die Deutsche Welle für einen Maulkorbflechter"
http://world.huanqiu.com/...
In diesem Propagandabericht wurde der Bräutigam-Bericht vom 5. September vorgestellt und ganz übersetzt.

Ein weiterer Bräutigam-Bericht in Bezug auf die Deutsche Welle vom 24. Oktober heißt sogar "Die Wühlarbeit der Falun Gong".
http://www.linksnet.de/de...
Aber dieser Bericht wird in den Medien der KP Chinas nicht vorgestellt. Er könnte den chinesischen "Truman"s verraten, dass Falun Gong in Deutschland erlaubt ist und sogar Einfluss hat.

Gleichzeitig hat derselbe Huanqiu-Reporter die marxistische Internetseite am 12. September unter der Überschrift "Neue Rheinische Zeitung, die Marx geleitet hat" gelobt, bei der Bräutigam veröffentlicht. Dieser Bericht ist auch auf einer nationalistischen Internetseite, die sich gegen westliche Medien richtet, zu finden.
http://www.anti-cnn.com/f...

Das heißt: Bräutigam ist ein Regimeliebhaber wie Thomas Heberer und Eberhard Sandschneider.

Alle unabhängigen chinesischen Intellektuellen sind der Meinung, dass das DW-Chinaprogramm, genau wie die DW-Chinaexpertin Zhang Danhong, Propaganda für die KP Chinas macht und nicht seine Aufgabe erfüllt, für ein positives Deutschlandbild im Ausland zu sorgen.

Die Deutsche Welle ist nach Vorstellung des jetzigen Kulturstaatsministers Bernd Neumann "ein freier und regierungsunabhängiger Sender." In den vergangen Monaten konnte ich leider nur feststellen, dass der deutsche Auslandssender indirekt unter der Führung der KP Chinas steht.

Der deutschen Öffentlichkeit ist die Wahl überlassen, den deutschen Regimeliebhabern wie Bräutigam oder Exilchinesen wie mir zu glauben.

Köln, 16.12.08

PS: Auf Anraten habe ich so lange mit der Veröffentlichung dieses Textes gewartet, bis meine Befürchtung sich bewahrheitet hat:

http://www.pressrelations...