Leserartikel-Blog

Widerstand gegen Erdgaspipeline OPAL wächst

Widerstand gegen Erdgaspipeline OPAL wächst -Bürgerinitiative bietet WINGAS konstruktiven Dialog anGroß Köris, 17.03.2008. WINGAS, ein Gemeinschaftsunternehmen von GASPROM und Wintershall/BASF, will die Trasse für Deutschlands größte Pipeline mitten durch den Ort Groß Köris ziehen sowie im angrenzenden Naturpark auf 40.000 qm eine mit vier Düsenjet-Triebwerken betriebene Erdgasverdichteranlage bauen. Neben Lärmverseuchung und Verschandelung der touristisch attraktiven Seenlandschaft kritisiert die Bürgerinitiative, dass WINGAS weder besondere Anlagen zur Abluft-/Abgasreinigung plant noch Rücksicht auf Klimaschutzziele nimmt. Vor diesem Hintergrund bietet die Bürgerinitiative jetzt WINGAS einen konstruktiven Dialog an.WINGAS plant mit Mängeln und KonfliktenWINGAS möchte die Verdichteranlage inmitten eines Biotopverbunds mehrerer Naturschutzgebiete und Naturdenkmäler bauen, die Teil eines Berlin nahen Erholungsgebietes sind. Eine Schalluntersuchung fehlt in den Antrags-unterlagen. Ebenso eine CO2-Bilanz: Aus der riesigen Anlage würden jährlich ungenutzt mindestens 300.000 t des Treibhausgases CO2 in die Atmosphäre gelangen, was dem jährlichen CO2-Ausstoß von ca. 150.000 VW-Golf TDI (90 PS) bei einer unterstellten Jahreslaufleistung von 15.000 km entspricht.Die von WINGAS bevorzugte Trassenführung ist nach den von ihr selbst in Auftrag gegebenen Untersuchungen der Pöyry Infra GmbH, Hannover, nur zweite Wahl. Das Unternehmen arbeitet jetzt aus betriebswirtschaftlichen Gründen an der Entkräftung der selbst eingereichten Antragsunterlagen, um die landesplanerische Empfehlung für die Ortsdurchquerung von Groß Köris zu erhalten.Wiederaufnahme des Genehmigungsverfahrens steht immer noch ausDas Genehmigungsverfahren für das von WINGAS geplante Großvorhaben wurde bereits am 25. Januar 2008 von der Raumordnungsbehörde ausgesetzt. Die landesplanerische Beurteilung sollte dann nach Einreichung einiger ergänzender Unterlagen und unter Beteiligung ausgewählter Fachbehörden kurzfristig erfolgen. Nach Vortrag und Auskunftsersuchen dreier Bürgerinitiativen und zweier Gemeinden vor der Gemeinsamen Landesplanung in Cottbus hat sich nun ein wesentlich weitergehender Klärungsbedarf ergeben.WINGAS soll gemeinwohlverträgliche Lösung zusichernIn dieser Situation hat die Bürgerinitiative „Keine Verdichteranlage in Groß Köris und im Naturpark Dahme-Heideseen“ am 12.03.2008 WINGAS die Aufnahme des Dialogs angeboten. In einem professionellen Vermittlungsverfahren sollen offene Fragen und kritische Themen zur Pipelineplanung systematisch behandelt werden. Nach Wunsch der Bürgerinitiative soll ein solches Verfahren von dem neutralen Schweizer Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmen Prognos moderiert werden. Geplant ist, die wesentlichen von der Planung tangierten Interessensgruppen an einen gemeinsamen Tisch zu bekommen. Die Bürgerinitiative will dabei die möglichen Wirkungen des Gastransportsystems auf Mensch und Natur, den Klimaschutz sowie gesamtwirtschaftliche Aspekte der Planung als Themen diskutieren. Zu Beginn des Dialogs erwartet die Bürgerinitiative allerdings die ausdrückliche Zusicherung von WINGAS, sich für eine gemeinwohlverträgliche Verwirklichung ihres Vorhabens einzusetzen.