Leserartikel-Blog

Kreationisten, manipulierte Idioten ?

Kreationismus ist religiöser Fundamentalismus mit bigotten Wurzeln in England, den Begriff selber prägte Harold Clark 1920. Für Kreationisten und die römisch katholische Kirche (RKK) ist die Bibel frei von jeglichen Fehlern und Irrtümern, der Text wurde vom Heiligen Geist den Schreibern direkt eingegeben. Schon Clemens of Rome (30 - 96 n.C) und St.Augustine (354 – 430 n.C.) behaupten, die kanonischen Autoren hätten sich nie geirrt und nur geschrieben was Gott selber ihnen sagte. Die Kreationisten fürchten der Mythos einer göttlichen Schöpfung wird durch die Wissenschaft als phantasievolles Märchen entlarvt, wahre Christen müssen daher Darwins Evolutuonslehre ablehnen. Der Übergang von schlichter Frömmigkeit zu blindem Fanatismus ist fließend und unmerklich. Um 200 v.C. experimentiert Heron von Alexandria mit Dampfdruck und Kolbengeräten, wissenschaftliche Erkenntnis ohne göttlichen Bezug werden damals wie heute als religionsfeindlich unterdrückt - wer wenig weiß, der muss viel Glauben.
Der älteste heliozentrische Nachweis der Sonne als Mittelpunkt des Planetensystems und eine sich darum drehende Erde findet man in indisch-vedischen Sanskrit Texten. Yajnavalkya (900 – 800 v.C.) schreibt im Shatapatha Brahmana die Erde kreist um die Sonne als die Mitte der Sphären. Er berechnete die relativen Abstände von Sonne und Mond von der Erde sehr genau. Sein Kalender mit einem tropischen Jahr von 365,2467 Tagen unterscheidet sich vom heutigen Jahr nur um 6 Minuten. Phytagoras (580 – 497 v.C.) und Aristoteles (384 – 322 v.C.) lehren bereits den Heliozentrismus. Der Grieche Erathostenes (275 – 194 v.C. Kyrene/Libyen) berechnet mit seinem famosen Brunnenexperiment den Erdumfang zu 95% genau, postuliert dazu einen Kosmos mit Planeten und erstellt einen Sternenkalender mit 675 Positionen. Nach 20 Jahren endlosem Gezerre ergeht 1633 im dritten Prozeß das Urteil gegen Galileo Galileis (1564 – 1642 n.C.), sein Heliozentrismus wird als Irrtum und Ketzerei verdammt, was von Papst Ratzinger als vernünftig und begründet bezeichnet wird. Eine 1942 von Msgr. Pio Paschini von der päpstlichen Akademie erstellte Biographie Galileos wird Jahrzehnte unterdrückt und erst nach Zensur 1964 freigegeben. (http://bufopro.de/bengsch...)
Für Thales von Milet (640 - 545 v.C.), Anaximander von Milet (611 - 547 v.C.), Anaximenes von Milet (525 v.C.), Anaxagoras von Klazomenae (497 - 428 v.C.) und Leukippos of Abdera (450 - 420 v.C.) war die Erde flach. Schon Aristarchos von Samos (310 – 230 v.C.) bezeichnete das heliozentrische System als antireligiös und falsch. Für Lucretius (99 – 55 v.C.), Lactanius (245 – 325 n.C.), Cyril von Jerusalem (315 – 368 n.C.), John Chrysostom (344 – 408 n.C.) Bischof Severian von Gabala (um 408 n.C.) und andere ist die Erde immer noch flach. Die Universität Tübingen verurteilt Kepplers Heliozentrismus vor dem Verbot von Galileos Schriften, Johannes Calvin (1509 – 1564 n.C.) beweist mit Psalm 93:1 die flache Erde als Mittelpunkt des Universums, die Lehre des Kopernikus pervertiert jede natürliche Ordnung. Martin Luther schreibt über Kopernikus (1473 – 1543 n.C.) „Dieser Dummkopf möchte die gesamte Kunst der Astronomie verdrehen. Jedoch hat das heilige Buch uns erklärt, dass Josua die Sonne und nicht die Erde bat, still zu stehen“. Leibnitz verurteilt Newtons Theorie von der Schwerkraft, nur die ohne Irrtümer überlieferte Bibel ist die ewige göttliche Wahrheit. Die Erde als Zentrum des Universums ist immobil und flach (Hiob 9:6, 1.Sam 2:8, Psalm 104:5, Matt 4:8), am festem Firmament des Himmels sind Sonne, Mond und Sterne aufgehängt, die Winddämonen an den vier Ecken der Erde werden von Engeln gehalten, Kontinente und Meere waren wie heute, alle Wesen wurden von Gott geschaffen und haben sich nur innerhalb ihrer Art verändert oder sind ausgestorben.
(http://www.ethicalatheist...)
Papst John Paul II erklärt noch 1996 die Evolution als mit der Bibel vereinbar, Papst Ratzinger dreht mit seiner Enzyklika Spe Salvi das Rad der Geschichte ins Mittelalter zurück, Materialismus und Evolution sind ungeeignet das Leben und die Gesetze der Materie zu erklären, sie bringen nur Not und Elend. Nur eine theistischen Wissenschaft mit göttlichem Bezug ist akzeptabel, sofern deren Erkenntnisse nie über Gottes Wort stehen. Fast immer wird die Bibel mit Bibelzitaten bewiesen, eine sinnlose zirkuläre Logik. Die Behauptung wissenschaftliche Methoden könnten prinzipielle Lücken im naturalistischen Modell aufzeigen, ist ein negativer Ansatz zur Widerlegung der Evolutionstheorie. Wissenslücken in einer Forschung, die jederzeit bestehen können, sind niemals Beweis für das Gegenteil.
Kein Beitrag des creation-research (hier CR) oder intelligent design (hier ID) wurde je in einer wissenschaftlichen Zeitschrift von Rang (peer-review) publiziert, wie G. W. Gilchrist von der Universität Washington 1995 nach Sichtung von über Hunderttausend Artikeln feststellt. Neue Untersuchungen von Barbara Forrest der Southeastern Louisiana University und Lawrence M. Krauss der Case Western Reserve University bestätigten dies. ID hat nicht das Geringste an wissenschatlicher Erkenntnis und Forschung der Evolution beigetragen. Jeden Aspekt der Biologie mit dem launenhaften Treiben eines göttlichen Heimwerkers zu begründen lehrt uns so wenig über Biologie wie wir über Geologie wüßten, würden wir den Vulkannismus mittels der Gemütslage irgendwelcher Lavagötter studieren. CR und besonders ID sagt nichts vorher, weil es im Kern nichts behauptet, außer daß jedes Ding so ist wie es ist, weil Gott es so wollte.
Nichtwissenschaftliche Ideen erheben gerne den Anspruch absolut richtig und unwiderlegbar zu sein und beweisen sich damit als Pseudowissenschaft. Wissenschaftliche Erkenntnisse bleiben nie unverändert, es gibt keine ewigen Wahrheiten oder Allwissen – auch nicht als seniler Greis im Vatikan mit Alzheimer und Parkinson. Die Wissenschaft arbeitet mit Hypothesen, Theorien, Tests, Beweisen, Diskussionen, Verbesserungen wieder und immer wieder. Pseudowissenschaften sind dagegen nicht falsifizierbar - wissenschaftlich totaler Unsinn. Die Theologie darf weder wahre noch richtige Antworten finden, ihre Erkenntnisse müssen immer innerhalb ewiger Dogmen eines allwissenden Greises bleiben. Die Instruktion über kirchliche Berufung des Theologen der Ratzinger-Kongregation vom Mai 1990 definiert Theologie derart, daß sie so wenig an eine Universität gehört wie Voodoo, indianischer Fruchtbarkeitszauber und anderer Hokupokus.
Theologie erfüllt nicht die theoretischen Voraussetzungen der Wissenschaftlichkeit. Im Fall Lüdemann folgt das Bundesverwaltungsgericht (2005, BVerwG 2 C 31.04) dieser Sichtweise. „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des christlichen Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimt, der hat nach der Glaubenskongreation unter Ratzinger einen persönlichen Defekt, ein ungenügend gebildetes Gewissen, eine sündige Verfaßtheit und huldigt der Untreue gegen den Heiligen Geist“. Das wahre Geheimnis des Glaubens ist das Ignorieren von Verstand und Vernunft. Dies führt zu einer Beliebigkeit des Glaubens und zu einer Vielfalt der Religionen, von der jede von sich behauptet, die einzig wahre zu sein.
Das ICR (Institute for Creation Research, Dallas) produziert Radioprogramme, Filme und Videos in Zusammenarbeit mit Films for Christ, und National Religious Broadcasters. Die tägliche Botschaft auf 200 Fernsehkanälen und 1700 Radiostationen ist nicht billig aber ganz offensichtlich lukrativ. Neben dem Watchtower-Verlag der Zeugen Jehovas ist das ICR der weltweit größte Produzenten religiöser Pamphlete. Das ID gesponserte Buch „Of Pandas and People“ dient US-Schulen als Biologiebuch, die Inhalte sind in den 80er Jahren als ICR Texte erschienen – eine reine Maskerade. Nachdem 1987 CR als Religionsunterricht getarnt per Gerichtsbeschluss verboten wurde, hat man an 150 Stellen CR durch ID ersetzt – und ist 2005 erneut vor Gericht gescheitert. ([...])
Moderne Bild gebenden Tomographien ermöglichen es neuronale Prozesse intensiv zu studieren. Das menschliche Gehirn ist in jeder Hinsicht täuschbar, manipulierbar und fehlbar, was dem Menschen selber abwegig erscheint. Wer sich an etwas erinnert, so scheint das sicher, exakt so geschehen aber niemals selber willkürlich fabriziert. Neurale Korrelate von richtigen und falschen Erinnerungen werden in Gehirn unterschiedlich verarbeitet und sind so eindeutig zu entlarven. Ist die mit Vertrautheit und Gefühl korrelierte frontparietale Region oberhalb der Stirn aktiviert, geht es um frei fabrizierte „Erinnerungen“ und willkürliche „Fakten“. Sind die mit tatsächlichem Wiedererkennen korrelierten medialen Temporallappen (MTL) seitlich bei den Ohren aktiviert, geht es um reale Erlebnisse und Bilder. Bei komplexen Gedächtnisleistungen werden immer beide Bereiche aktiv, somit werden Täuschung, Selbstbetrug und frei fabrizierte Erinnerungen vermischt mit wirkicher Realität zur einer für den Menschen nicht mehr auflösbaren Scheinrealität.
Die Religion nutzt dies seit langer Zeit, um mittels Gefühlen und Emotionen falsche Fakten, nicht existente Ereignisse und irreale Abläufe in die Köpfe der Gläubigen zu hämmern. Vergleicht man diverse Arten der Gottesdienste, dann beeindrucken jene, die auf Gefühle und stimmungsvolle Musik setzen und so leicht eindeutig falsche Realitäten schaffen. Dagegen schneiden abstrakte Betrachtungen über Moral, Verhaltensnormen und Wissensinhalte mit Anspruchen an die Intelligenz schlecht ab. Die Fernsehsendungen der Superfrommen mit einem Hampelmann als Prediger sind verfehlt, das mittelalterliche Vatikan-Zeremoniell sichert optimale Wirkung fürs schlichte Gemüt. Gleichzeitig hemmen falsche Erinnerungen die Fähigkeit die Realität objektiv zu erkennen und sich aus dem Teufelskreis der gezielten Gehirnwäsche zu befreien.
Wissenschaftler des Institute for Social Research der Universität von Michigan fanden heraus, daß Lesen über Gewalt im Namen Gottes bei Religiösen als auch bei Nichtreligiösen Aggressionen wecken. Brad Bushman, Professor der Psychologie und Kommunikation am ISR betont, daß die Beweise zur Bestätigung dieser Hypothese mittels Gruppen von Universitätsstudenten gewonnen wurden, die nicht dem Typ von Terroristen entsprechen. Sogar bei nicht religösen Teilnehmern führen Kontakte mit gottgewollter Gewalt in der Folge zur Aggressionssteigerung. Diese Wirkung bei solch einer Gruppe belegt den heimtückischen und vielfach gewollten Einfluss von verkündeter Gewalt im Schrifttum von Sekten und politischen Gruppen, bei Computerspielen und bei Predikten der Heils- und Katastrophenverkünder aller Richtungen. Nicht umsonst halten Heerführer und Trainer von Sportmanschaften vor dem Kampf feurige Reden.
Die Menschheit hat in Millionen Jahren ihrer Entwicklung von der Gestik hin zur Sprache und Schrift immer schon religiöse Strukturen gebildet. Der Glaube an tranzendente Mächte und Geister bringt viele Vorteile, etwa die Gewaltbereitschaft der Gruppe zu steigern um eigene Abweichler und fremde Gruppen zu dominieren. Glauben verheißt Trost, Angstbewältigung, die Durchsetzung geglaubter Normen, fördert den Zusammenhalt der Gruppen und ernährt vor allem die selbsternannten Gotteshausierer. Religion und politische Macht sind Zwillinge, das Phänomen der Apotheose bzw. der Vergöttlichung von Führern über Jahrtausende ist Beweis genug für die Verflechtung von Religion und Macht gepaart mit Ausbeutung der Menschen.
Gott ist nur eine Erfindung zur Befriedigung metaphysischer Bedürfnisse des Einzelnen und zur Manipulation der Gruppe durch Wenige. Gottes Existenz wird für die Gläubigen eine Projektion von Vorstellungen und Phantasien und wandelt sich schnell zur real geglaubten Existenz. Psychopathologisch liegt eindeutig eine Wahnvorstelllung vor. Kommt noch Narzißmus gepaart mit frühkindlichen Bezugsproblemen hinzu, dann helfen in schweren Fällen noch Neuroleptika, in extremen Fällen die Einweisung in die Psychiatrie. Alternativ entgleist so ein hohes religiöses Amt in soziopathisches Verhalten, was bei Sektenaktivisten oft zu extremer Gewalt führt.
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